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#nopot! Nachhaltig dämmen mit Hanf

Nachhaltigkeit


 

JANA 

Editor in Chief

schreibt & baut Bau-Content 

 

#hemp

#green


Hanf oder Ton?

Hanf ist eine alte Kulturpflanze mit sehr vielseitigen Verwertungsmöglichkeiten. Dieses Naturprodukt eignet sich für die Herstellung von Kosmetika, aber auch für Seile, Textilien, Papier, als Dichtmaterial von Rohrgewinden, Öl, Biomasse und eben auch zur Wärmedämmung. Durch die rauschfördernde Wirkung des Inhaltsstoffes Tetrahydrocannabinol war der Anbau jedoch lange Zeit bei uns verboten. Erst mit der Züchtung THC-armer Sorten wurde dieses Verbot Mitte der 90er Jahre wieder aufgehoben.

 

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Wie wird der Hanf verarbeitet?

Für die Herstellung von Vlies und Hanfdämmmatten wird der Stengel der Hanfpflanze verarbeitet. Durch Brechen und Walzen werden diese aufgefasert. Durch den Zusatz von Borsalzen wird die Brandschutzklasse B2 erreicht. Um die Stabilität der Hanf-Dämmstoffe zu erhöhen wird in vielen Produkten Polyester als Stützfaser eingearbeitet. Mittlerweile gibt es aber auch Produkte, die auf Polyesterfasern verzichten und statt dessen pflanzliche Stützfaser verwenden. Eine Handelsbezeichnung für den Naturdämmstoff Hanf ist unter anderem Thermo-Hanf.

 

Welche Hanfformen gibt es?

Hanf-Dämmung wird als Matten- und als Rollenware in unterschiedlichen Dicken angeboten. Diese reichen in der Regel von 30 - 220 mm. Eine besondere Form ist der Stopfhanf. Hier werden die Hanffasern lose angeboten. Hanf weist hinsichtlich Wärmedämmung und Schallisolierung gute Eigenschaften auf. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,040-0,045 W/mK. Durch den hohen Gehalt an eingelagerter Kieselsäure sind Hanffasern feuchtigkeitsbeständig und fäulnisresistent. Die Dämmmatten sind sehr flexibel, wodurch sie besonders gut für die Zwischensparrendämmung geeignet sind. Eine Hanf-Dämmung kann in der Zwischensparrendämmung oder Untersparrendämmung eingesetzt werden. Ferner zur Wanddämmung im Trockenbau und zur Wärmedämmung und Trittschalldämmung von Decken. Eine weitere Einsatzmöglichkeit bietet sich als Stopfhanf. Er dient der Auskleidung von Rissen und kleineren Hohlräumen z.B. bei Fenstern.  Als Putzträger für ein ökologisches Wärmedämmverbundsystem WDVS ist eine Hanf-Dämmung ungeeignet. Die Materialfestigkeit der Dämmmatten ist hierfür zu gering. Allerdings ist es möglich eine Hanf-Dämmung als hinterlüftete Fassade auszuführen. Ebenso wenig wie Hanf als Putzträger geeignet ist, ist Hanf auch nicht für eine äußere Dämmung in Form von WDVS geeignet. Es muss eine Holzkonstruktion auf der Wand aufgebracht werden, zwischen die die Hanfplatten geklebt werden. Anschließend eine Winddichtung und eine Fassade mit Hinter-Lüftung.

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 #greenliving  #sustainability

 


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Fotos: ©shutterstock