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16 DINO-Steps auf dem Weg zu Deinem Traumhaus

Bauen


 

JANA 

Editor in Chief

schreibt & baut Bau-Content 


Damit bei der Planung und in der Bauphase eures Traumhauses nichts schief geht, haben wir für euch einige Tipps zusammengestellt. Ingesamt haben wir für euch die vier Phasen des Bauens aufbereitet und insgesamt 16 

DINO-starke Steps, zusammengestellt.

 

Acht Monate vergehen in Deutschland durchschnittlich zwischen Einreichen des Bauantrags für das Traumhaus bis zum Einzug. Acht Monate, in denen ihr neben dem normalen Leben und neben der Arbeit noch ein Haus planen, die Baustelle überwachen und einen Umzug organisieren müsst.

 

Plus die vier bis sechs Monate, die ihr bereits im Vorfeld mit den Besichtigungsterminen für das geeignete Grundstück, in Musterhäusern und in Architektenbüros zugebracht habt. Nichts für schwache Nerven. Aber dank unserer kleinen Checkliste für die Hausbauplanung verliert ihr nicht den Überblick. 

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#bauphasen 


Phase  I: Haus planen– Vor dem Bau

Eure Baudino-Motivation, aber auch eure Ausgangssituation, mental und finanziell, sind entscheidend für das Projekt Traumhaus. Habt ihr es einfach satt in einer Mietwohnung zu sitzen? Braucht ihr mehr Platz, aber seht es nicht ein, einem Vermieter monatlich eine ordentliche Summe zu zahlen?

 

So individuell wie die Bauherren selbst, so verschieden sind die Motivationen für den Hausbau. Und abgesehen von emotionalen Aspekten gibt es auch handfeste Gründe für Wohneigentum. Manche Bauherren wissen schon, bevor sie den Bauplatz gekauft haben, welchen Haustyp sie gerne hätten, etwa weil sie ein Doppelhaus oder ein Reihenmittelhaus mit der Schwester zusammen bauen möchten oder ein Mehrgenerationenhaus für die ganze Familie. Andere wollen ihr Leben auf das Nötigste reduzieren und in einem Tiny House leben. Die Wahl des Hauses beeinflusst unter Umständen die Lage und Größe des Grundstückes – und die Wahl des Grundstückes beeinflusst wiederum die Hausgröße, den Haustyp und seine Optik.

 



Step 1:  Haus planen heißt informieren

 

Man kann das Haus noch so sehr planen, meist geht doch bei jedem Hausbau das ein oder andere schief. Beinahe jeder Bauherr wird, auch noch nach Jahren, etwas an seinem Haus finden, das man doch anders hätte machen müssen. Und sei es nur die Anzahl der Steckdosen im Wohnzimmer.

 

Man sollte drei Häuser im Leben bauen: Eines für einen Feind, eines für einen Freund und das letzte Haus für sich selbst.

 

Dieses Sprichwort enthält einen wahren Kern: Wer sich mit anderen Bauherren unterhält, vielleicht schon mal einem Freund auf der Baustelle ausgeholfen hat und sich die Zeit nimmt, sich gründlich im Internet, auf Messen oder bei Baufirmen direkt zu informieren, wird die Fehlerquellen bei der eigenen Hausbauplanung reduzieren.

 

Habt ihr schon mal etwas vom Fundamenterder gehört? Oder von der Geschossflächenzahl? Nein? Als Bauherr werdet ihr viele neue Begriffe der deutschen Sprache kennenlernen. Vor allem wenn es um den Hausbau geht, kommt die deutsche Bürokratie mit ihren Spezialausdrücken in all ihrer Schönheit zum Vorschein. Lasst euch all diese Begriffe zur gegebenen Zeit erklären.

Step 2:  Welches Haus passt zu mir?

Sich über diese Frage im Klaren zu werden, ist eine der schönsten Phasen während der Hausplanung. Holt euch Erkundigungen ein zu den verschiedenen Hausarten, schließt nichts von Anfang an aus und schaut euch in Ruhe um, was euch gefallen könnte.

 

Seht ihr euch in einem klassischen Architektenhaus? Oder habt ihr es eilig euer neues Zuhause zu beziehen? Bis zu drei Monate Zeit könnt ihr mit einem modernen Fertighaus sparen. Die gibt es auch schon für circa 200.000 Euro. Wenn ihr es aber noch nicht so richtig wisst, wohin die Reise geht, dann wäre ein Modulhaus oder auch ein Containerhaus eine runde Sache. Beide Hausarten können recht unkompliziert erweitert werden. Apropos unkompliziert: Wie wäre es denn, wenn ihr euer Traumhaus einfach drucken lassen könntet? Der Hausbau mittels 3D-Drucker steckt zwar noch in den Kinderschuhen, aber in ein paar Jahren könnte diese Technik eine Alternative für experimentierfreudige Bauherren sein. Hier das Projekt Milestone. (LINK)

 

Solltet ihr ein Haus planen in dem ihr bis ins hohe Alter leben wollt, wäre ein barrierefreies und altersgerechtes Zuhause überlegenswert, beispielsweise ein Bungalow. Und wenn euer Traumhaus dann auch noch tierfreundlich sein soll oder nachhaltig, tut ihr gleichzeitig was Gutes für die Umwelt. Generell ist es empfehlenswert, auch für eure Gesundheit, im Einklang mit der Natur zu bauen und Schadstoffe in eurem Zuhause zu vermeiden. Ein Plusenergiehaus könnte dann genau das richtige sein. Vom Fertighaus bis zum klassischen Architektenhaus steht euch eine vielfältige Auswahl zur Verfügung. Umso wichtiger ist die Frage, welches Haus zu euren Wünschen passt.

 

Step 3:  Finde Dein Grundstück

 

Die folgenden Tipps zum Grundstückskauf helfen euch bei der Wahl des Grundstücks und damit auch bei der Hausplanung:

Welche Bauvorgaben gibt es in diesem Gebiet? Dafür solltet ihr einen Blick in den Bebauungsplan werfen. Nicht überall darf alles einfach so gebaut werden. Und wenn ihr beispielsweise unbedingt ein Holzhaus möchtet, dann solltet ihr so lange suchen, bis ihr ein Grundstück gefunden habt, auf dem ihr ein Holzhaus bauen könnt. Eine Bauvoranfrage kann euch dabei sehr viel Zeit und Geld sparen. Ist euer Traum-Grundstück mit der besten Aussicht besonders klein oder verschachtelt? Dann schaut euch mal Baudino - Ideen für Raumgewinnung an und lasst euch inspirieren. Wie sieht die Nachbarschaft aus? Gibt es viele Familien mit Kindern? Ist ein Supermarkt in der Nähe? Wie ist die Kriminalitätsrate?

 

Verkehrsanbindung: Wie schnell seid ihr an eurem Arbeitsplatz? Gibt es einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr? Aber auch: Gibt es vielleicht Fernwärme, die ihr zum Heizen nutzen könntet? Wie sieht es mit der Internetabdeckung aus?

Wie viel kostet das Leben in dieser Kommune? Die Höhe der Grundsteuer ist nur ein Punkt. Wasser, Abwasser, Müllgebühr – die laufenden Hausnebenkosten können sich auch innerhalb eines Landkreises massiv unterscheiden und den kleinen Unterschied machen. Ist es sinnvoll das Grundstück teilerschlossen oder voll erschlossen zu kaufen? Oder vielleicht sogar ein Grundstück zu teilen?

Auch wenn es etwas kostet, solltet ihr ein Baugrundgutachten erstellen lassen. Dabei geht es um die Bodenbeschaffenheit, eventuelle Altlasten und den Grundwasserspiegel. Vor allem, wenn ihr euch einen Keller errichten oder eine Wärmepumpe installieren möchtet. Ein Baugrundstück in ansprechender Lage zu finden ist nicht einfach. Obwohl die Marktsituation einem kaum die Chance dafür gibt, sollte man den Kauf doch gut überdenken. Lasst euch nicht hetzen.

 

Step 4:  Du brauchst den richtigen Partner

Bei der Wahl des Baupartners, mit dessen Hilfe ihr euer Haus plant und baut, solltet ihr mit Bedacht vorgehen, aber auch auf euer Bauchgefühl hören. Ihr braucht einen verlässlichen, richtigen Baupartner an eurer Seite. Hört euch mal in eurem Bekanntenkreis um, informiert euch im Internet, erkundigt euch nach der finanziellen Situation des Unternehmens, lasst euch Musterhäuser zeigen, holt euch Angebote von mehreren Bauunternehmen und Architekten ein.

 

Wie in jeder Situation gilt auch beim Haus planen: Wenn es zu günstig ist, um wahr zu sein, dann ist es nicht wahr. Lest euch die Bauleistungsbeschreibung sowie den Bauvertrag sorgfältig durch. Was ist wo enthalten? Was kostet bei welcher Firma extra? Achtet beispielsweise auf die Baustelleneinrichtung, die Rohbaukosten, das Vorhandensein eines Baustellen-WCs und bei Fertighäusern die Details der Basis-Ausstattung.

 

Lasst euch weder bei der Hausbauplanung noch beim Baubeginn hetzen. Prinzipiell kann man ab einer Außentemperatur von 5 Grad Celsius und bei geringer Luftfeuchtigkeit mit dem Hausbau anfangen. Empfehlenswert ist natürlich der Frühling, sodass ihr Weihnachten schon in den eigenen vier Wänden feiern könnt. Aber auch der Herbst ist kein schlechter Zeitpunkt, denn durch die kalte Luft im Winter trocknet das ein oder andere Baumaterial besser und die Sommerferien könnt ihr dann schon nutzen, um den Umzug zu planen – oder um die Terrasse zu pflastern.


Phase II: Haus planen – Die Finanzen im Griff behalten

Zuerst solltet ihr euch überlegen: Wie viel Haus kann ich mir leisten? Denn einer der größten Fehler beim Hausbau wäre, sich bis über beide Ohren zu verschulden. Mit mindestens 1.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche müsst ihr rechnen. Experten empfehlen: 15 Prozent der Gesamtkosten sollte man als Eigenkapital einbringen. Es gilt also, einen guten Mittelweg zu finden zwischen Eigenkapital und Kredit.

 

Step 5:  Ohne Moos nix los

Versicherungen, Bausparkassen und Banken bieten Kredite, Darlehen oder Zuschüsse an, mit denen ihr den Differenzbetrag zwischen eurem Eigenkapital und den Baukosten decken könnt. Ein deutscher Klassiker ist zudem der Bausparvertrag. Außerdem gibt es auch noch die KfW-Bank, die Fördergelder für Effizienzhäuser ausschüttet. Behaltet immer im Hinterkopf, dass während der Bauphase einige Baunebenkosten auf euch zukommen, die ihr recht zügig begleichen solltet.

Abhängig von eurem Einkommen, könnt ihr zudem eine Wohnungsbaupämie beim Staat beantragen. So viel sei schon mal verraten: Ab 2021 gibt es mehr Geld. Auch das Baukindergeld und die Wohn-Riester können sehr gut kombiniert werden.

Bei so vielen Möglichkeiten ist es nicht einfach, die besten Kombination zu finden. Im Internet gibt es daher Baufinanzierungsrechner, bei denen ihr mit wenigen Klicks erfahrt, was die beste Kombination wäre. Oder macht einen unverbindlichen Termin mit eurem Bankberater aus. Mit dem Experten könnt ihr den Neubau clever finanzieren und sorgenfrei euer Haus planen.

 

Step 6:  Plan mit kleinem Budget

 

Wenn ihr nicht im Lotto gewonnen habt, aber dennoch den Wunsch nach einem Eigenheim habt, könnt ihr die Kosten des Hausbaus reduzieren. Erbringt so viel Eigenleistung wie möglich – aber übernehmt euch nicht.

Muss das komplette Haus sofort beziehbar sein oder könnt ihr euch vorstellen beispielsweise den Dachboden später auszubauen? Könnten Sie sich vorstellen eine Einliegerwohnung mit einzubauen, um sie zu vermieten?

Ist es eine Alternative euch das Haus ohne Keller zu bauen? Oder wenn schon mit Keller, dann vielleicht mit einem Fertigkeller?

Welche Fördergelder könnt ihr für ein KfW-Haus bekommen? Könnte die Heizung mit Fördergeldern bezuschusst werden?


 

#architekt


Phase III: Haus planen – Haus mit dem Architekten planen

Wenn ihr ein schönes Grundstück gefunden habt und wisst, welche Hausart ihr bevorzugt, dann geht es an die Detailplanung. Am besten gemeinsam mit der Bau- oder Fertighausfirma. Dafür habt ihr ja die Experten an eurer Seite.

 

Step 7:  Wie groß wird Dein Traumhaus?

Wie viele Personen ziehen in das Haus ein? Achtet darauf, dass jeder einen Rückzugsort und ein bisschen Privatsphäre hat. Folgende Zahlen könnten als Richtwert bei der Planung dienen: 

  1.     Schlafzimmer: circa 15 bis 20 Quadratmeter
  2.     Kinderzimmer: circa 10 bis 15 Quadratmeter
  3.     Gästezimmer (eventuell): circa 10 bis 15 Quadratmeter
  4.     Studio/Arbeitszimmer (eventuell): circa 10 bis 15 Quadratmeter
  5.     Badezimmer: mindestens 10, besser wären zwischen 12 und 15 Quadratmeter
  6.     Gäste-WC (sinnvoll): 3 bis 4 Quadratmeter
  7.     Flur: mindestens 5, besser wären 8 Quadratmeter
  8.     Küche: mindestens 8, besser 10 bis 15 Quadratmeter
  9.     Wohnzimmer: circa 30 Quadratmeter
  10.     Esszimmer: circa 20 bis 25 Quadratmeter
  11.     Kombinierter Wohn-Essbereich: mindestens 30, besser wären 40 bis 50 Quadratmeter 

Vergesst nicht eure individuellen Bedürfnisse mit einzuplanen. Zum Beispiel eine größere Waschküche, weil ihr dort auch die Wäsche aufhängen und nicht nur waschen möchtet. Auch ein Hobbyraum wäre schön. Um Platz zu sparen, könnten Sie diesen aber auch im Gartenhaus oder einem SheSheds einrichten. Der Architekt eures Vertrauens hilft euch im Anschluss bei der Berechnung der Wohnfläche. Nicht verzagen: Die allermeisten Bauherren schließen in diesem Schritt bereits einen Kompromiss, denn jeder Quadratmeter kostet ordentlich Geld.

 

 

Step 8: Optimiere Deinen Grundriss

 

 

 

Der Grundriss eines Hauses ist für Laien nicht immer einfach zu verstehen, wenn er einfach nur platt auf dem Papier vor euch liegt. Ein paar Striche und Kreise und das soll jetzt mein Traumhaus sein? Schwer vorstellbar. Keine Panik, Abhilfe ist in Sicht: Im Internet findet ihr Programme, mit denen ihr den Grundriss eures Hauses nachzeichnen und ihn auf dem Bildschirm zum Leben erwecken. In manchen Simulatoren könnt ihr sogar Möbel aufstellen und so herausfinden, wo was am besten steht oder wo ihr lieber noch eine Steckdose mehr einplanen solltet. So könnt ihr euch virtuell-gedanklich schon mal auf Ihrem neuen Sofa entspannen. Eine Empfehlung für Tools findet ihr auch auf dem BAUDINO.

 

Hilfreich können diese Tools auch für die Lichtplanung sowie für die Planung der Fenster sein. Welche Fenster passen zu eurem Haus? Wo ist ein bodentiefes Fenster sinnvoll? Welche Innentüren hättet ihr gerne? Welche Haustür? Nutzt die technischen Möglichkeiten online und macht euch euren persönlichen Grundriss so anschaulich wie möglich. Vor allem wenn Kinder involviert sind, ist das Visualisieren auf dem Bildschirm ein zwar zeitaufwändiges, aber sehr hilfreiches Unterfangen.

 

Zum Thema Grundriss ist generell festzuhalten: Speisekammer, Küche, Ess- und Wohnbereich bilden eine Einheit, Schlafzimmer, begehbarer Kleiderschrank, Badezimmer und Kinderzimmer eine andere. Der Hauswirtschaftsraum und die Speisekammer sollten nahe an der Garage liegen und diese wiederum nicht neben dem Schlafzimmer. Auch die Küche sollte vom Schlafzimmer etwas entfernt liegen – schließlich möchtet ihr ja nicht sonntags vom Krach der Kaffeemaschine, sondern vom frisch gebrühten Kaffee, serviert an das Bett, geweckt werden. Kurze Wege sind wichtig, denn sie sorgen für fließende Abläufe und ein harmonisches Wohngefühl. Wer möchte schon mit der Salatschüssel einmal quer durch das Haus gehen, um auf der Terrasse essen zu können?

Step 9: Mit oder ohne?

Erdaushubarbeiten sind recht teuer, dazu kommt in manchen Fällen die Entsorgung des Erdaushubs. Auch den Keller selbst gibt es nicht umsonst: Zwischen 30.000 und 70.000 Euro verschlingt die Unterkellerung je nach Größe, Lage und Bodenbeschaffenheit. Fertigkeller könnten eine Alternative sein. Oder aber ihr baut auf Bodenplatte und dämmt sie gut. Bei der Kalkulation dafür solltet ihr Frostschürze und Fundamenterder nicht vergessen.

 

Step 10: Die Qual der Wahl

 

Wer ein Haus plant, beschäftigt sich früher oder später mit den Themen Effizienzhaus, Nachhaltigkeit und ökologischen Baustoffe. Denn der Trend geht auch in der Hausbaubranche immer mehr zurück zur Natur. So natürlich und komfortabel wie möglich, lautet die Devise. Das fängt schon bei den Mauersteinen an, geht über ökologische Dämmstoffe und Putz-Varianten wie Mineralputz oder Lehmputz bis hin zur Fassadengestaltung. Selbst die Dachdeckung kann heutzutage umweltbewusst sein – beispielsweise mit einer Dachbegrünung.

 

Bei der Innenausstattung gibt es heutzutage nichts mehr, was nicht möglich ist. Im Trend sind Betondecken und Sichtestrich, allein für den Bodenbelag im Wohnzimmer gibt es unzählige Möglichkeiten. Manchmal kann man die Beträge innerhalb des Hauses verschieben: Vielleicht könnte man ja zugunsten eurer Traumküche auf das Parkett im Wohnzimmer verzichten und stattdessen einen Vinylboden verlegen?

 

DINO-Tipp: Wenn ihr euch für ein Fertighaus entschieden habt, achtet bei der Bemusterung darauf, was laut Hersteller in eurem Innenausstattungspaket enthalten ist und was ihr extra bezahlen müsst.

 

 

Step 11: Plane smart

Ob und in welchem Umfang ihr eurer Zuhause in ein Smart Home verwandeln möchten oder nicht, liegt natürlich ganz bei euch. Viele Menschen empfinden die Systeme noch immer nicht als sicher. Allerdings bringt die Hausautomatisierung einige Vorteile mit sich, die auch von Senioren genutzt werden können. Auch wenn ihr im Moment einem intelligenten Haus noch etwas skeptisch gegenübersteht: Lasst dennoch ein paar Leerrohre verlegen. Wer weiß, vielleicht ändern ihr in ein paar Jahren ja eure Meinung zum Thema oder möchtet doch nachträglich eine Alarmanlage einbauen lassen. Plant schon heute für die Zukunft und denkt über einen Anschluss für das Elektroauto nach. Vergesst aber vor lauter neuer Technik nicht den Schutz vor Elektrosmog.


 

#abgehts


Phase IV: Haus pauschal – Es geht los auf der Baustelle

Manche unserer Punkte auf dem Stufenplan zum Haus planen werden sich in der Realität vielleicht überschneiden und parallel passieren. Hier findet ihr Tipps für den Bauherren, um jede Bauphase zu managen. Die folgenden Aufgaben könnt ihr erst angehen, wenn der Bauantrag abgegeben wurde und die Baugenehmigung bei euch eingegangen ist.

 

 

Step 12: Versichere Dich

 

Während das Baugenehmigungsverfahren läuft, habt ihr Zeit die wichtigsten Versicherungen für Bauherren und Hausbesitzer abzuschließen. Ganz wichtig sind im Zuge der Hausplanung der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung, einer Feuerrohbauversicherung und einer Bauleistungsversicherung. Je nachdem, was ihr an Eigenleistung erbringen möchtet und wessen Hilfe ihr dabei in Anspruch nehmt, solltet ihr entweder über diverse Ausschreibungen gute Handwerker finden oder aber eure Freunde als Baustellenhelfer bei der BG Bau anmelden. Denn bei sämtlichen Do-It-Yourself-Arbeiten kann schnell mal etwas passieren und dann stehen Sie als Bauherr in der Verantwortung. 

 

Step 13: Da kommt 'nen Haufen zusammen

 

Erdarbeiten, also das Ausheben der Baugrube, könnt ihr entweder selber machen, von eurer Baufirma ausführen lassen oder ein Tiefbauunternehmen damit beauftragen. Erdarbeiten fallen beim Hausbau prinzipiell beim Bau des Kellers, der Hofeinfahrt, beim Einbau der Zisterne und des Pools an. Sobald der Bagger anrollt, stellt sich die Frage: Wohin mit der Erde? Wie wird der Erdaushub entsorgt? Bedenkt aber, dass nicht zu viel Erde abtransportiert werden darf, denn im Laufe des Hausbaus werden noch sogenannten Füllboden sowie Mutterboden für den Garten benötigt.

 

Erdarbeiten sind ein wesentlicher Kostenfaktor beim Hausbau. Auch wenn ihr selbst auf den gemieteten Bagger steigt und anpackt, zahlt ihr dennoch für die Container einen festen Betrag pro Kubikmeter Erdaushub und für die Entsorgung. Gegebenenfalls noch für die Reinigung des Aushubs.

 

Die Erdarbeiten für eine Bodenplatte belaufen sich auf etwa 11.000 Euro, für einen Keller entsprechend der Größe und Tiefe der Baugrube entsprechend mehr. Vergleichsweise preiswert ist die Hofeinfahrt mit 400 Euro für etwa 30 Quadratmeter. Der Pool verursacht mehr als 8.000 Euro Kosten allein für den Erdaushub.

 

Step 14: Garantiert Anschluss finden

 

 

Damit ihr Wasser, Strom, Erdwärme oder Gas beziehen könnt, das Abwasser abfließen kann und ihr Internet und Telefon installieren könnt, muss euer Haus an das Ver- und Entsorgungsnetz angeschlossen sein. Ihr braucht sogenannte Hausanschlüsse, also die Verbindung zwischen eurem Haus und dem Verteilernetz beziehungsweise der Hauptleitung des Anbieters – zum Beispiel der Stadtwerke. Etwa 8.000 Euro fallen als Erschließungskosten für das Grundstück an. Hierbei kann euch ein Bauherrenpaket von DOYMA helfen. Hier gibt es Mehrspartenhauseinführungen, die eine sichere und wasser- sowie gasdichte Einführung aller Versorgungsleitungen garantieren. Achte dabei auch auf die Garantieleistung.

 

Die meisten Bauherren kommen mit den Wasser- und Energieanbietern bereits bei der Planung zur Einrichtung der Baustelle in Berührung. Denn dann braucht ihr Baustrom und auch einen Bauwasseranschluss. Erkundigt euch in diesem Zuge auch gleich, wie viel ein Hausanschluss bei diesem Unternehmen kosten würde, welche Tarife gelten und wie genau ihr einen Antrag darauf stellt. Einige Experten sagen, dass ein Gleichstromnetz im Haus den Energieverbrauch senkt.

 

 

Step 15: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

 

Inzwischen befindet ihr euch in der letzten Phase der Hausplanung. Um die Entstehung eures Traumhauses zu dokumentieren, solltet ihr am besten täglich ein Bautagebuch führen. Das ist zwar die Aufgabe des Architekten, wenn es in seinem Vertrag steht, oder auch des Bauleiters. Aber spätestens bei jedem Baustellentermin solltet ihr als Bauherr einen Blick reinwerfen und kontrollieren, ob alle anstehenden Arbeiten ordnungsgemäß erledigt wurden. Heutzutage geht das oft über eine App auf dem Tablet oder auch übers Smartphone, sodass das Bautagebuch bequem am Computer geführt wird. Das erleichtert das Einfügen von Fotos. Sowohl von der getanen Arbeit als auch von Baumängeln, die beispielsweise bei einer Baustellenbegehung zum Vorschein kommen.

 

Während es bei einer Routine-Begehung eher um den Zustand der Baustelle selbst, also die Fluchtwege, die Arbeitsplatzgestaltung, Gefahrenhinweise, Erste-Hilfe- und Feuerlöscheinrichtungen oder auch den Zustand der Geräte und Fahrzeuge geht, dient eine außerordentliche Baustellenbegehung dazu, den Arbeitsfortschritt zu begutachten und auf eventuelle Mängel zu überprüfen. Sollte der Bauherr oder sein Vertreter und der Verantwortliche der Baufirma Mängel finden, werden sie im Protokoll festgehalten. Zudem wird aufgeschrieben, wie das Problem bis wann und von wem behoben sein muss. Der von euch engagierte Bausachverständige wird dann nach Ablauf der im Protokoll festgehaltenen Frist überprüfen, ob die Mängelbeseitigung am Haus erfolgreich war.

 

Große Zwischenkontrollen solltet ihr gemeinsam mit dem Bausachverständigen nach der Fertigstellung der Bodenplatte oder des Kellers, nach der Fertigstellung des Rohbaus, also kurz vor dem Richtfest, nach der Sanitärrohinstallation und nach dem Verputzen der Wände machen.

 

kleiner Tipp: Macht in jedem Zimmer, von allen Leitungen und Anschlüssen vor dem Verputzen Fotos. Klebt sie nach Raum sortiert in ein Fotoalbum ein und stellt das Album griffbereit ins Regal. Denn wer möchte schon beim Aufhängen der Bilder einen Nagel in die Stromleitung schlagen, nur weil er sich nach fünf Jahren nicht mehr erinnern kann, wo exakt die Leitung verläuft? Eine Stunde Fotos machen erspart später einigen Ärger.

  

 

Step 16: Augen auf bei der Hausabnahme

 

Mehr als 30 Prozent der Mängel bei Neubauten beruhen auf einer falschen Ausführung der Arbeiten. Als Bauherr könnt ihr diese Fehler häufig nicht sehen. Aber wenn ihr bei der Bauabnahme das Protokoll unterschreibt, dann sind mögliche Pfuscher gesetzlich fein raus und ihr bleibt auf den Problemen sitzen. Daher solltet ihr als Bauherr auf eine förmliche Bauabnahme bestehen und mit dem Bausachverständigen eine Mängelliste im Abnahmeprotokoll erstellen.

 

Wenn alle Mängel behoben sind, steht eine weitere Baubegehung an. Sollte bei dieser kein neues Problem auftauchen und auch euer Bausachverständiger keine weiteren Schäden feststellen, dann steht dem Abnahmetermin, der Schlüsselübergabe und eurem Einzug nichts mehr im Wege. Und sobald Außenanlage des Hauses inklusive der Terrassengestaltung fertig ist, müsst ihr nur noch die Einladungen für die Hauseinweihung verschicken. Feiert euch, eure Helfer, eure Familie und alle, die euch geholfen haben auf dem Weg in Ihr Traumhaus!

 

DINO-Tipp: Denkt bei der nächsten Steuererklärung daran, die Handwerkerkosten abzusetzen. Und, ganz wichtig: Archiviert alle Dokumente, die mit dem Bau des Hauses zu tun haben, akribisch. Ach ja! Den Eintrag ins Grundbuch solltet ihr natürlich auch nicht vergessen. Danach habt ihr es aber wirklich geschafft. Herzlichen Glückwunsch, ihr seid jetzt stolzer Eigenheimbesitzer! Und damit statistisch gesehen als Wohneigentümer sogar ein glücklicherer Mensch.

 

#goforit